Geinsheim · 65468 · Hessisches Ried

Dein Quadratmeter Ried. Vor der eigenen Tür.

Für 99 Cent — pro Woche, pro Monat oder pro Jahr — übernimmst du die Patenschaft für einen konkreten Quadratmeter Naturschutzfläche im Hessischen Ried. Mit Urkunde, Geokoordinaten und Foto vom Fixpunkt. Inhabergeführt, vor Ort, ohne Plattform dazwischen.

1 m² mit Geokoordinaten
auf deinen Namen
Foto vom Fixpunkt
einmal im Jahr neu
FFH-Gebiet 6116-301
direkt vor Ort
Kein Plattform-Aufschlag
direkt vom Inhaber
Wofür wir stehen

Kompensation muss echt sein, und nachweisbar.

Der Markt für „grüne" Kompensation ist groß geworden, und unübersichtlich. Zertifikate aus Übersee, Doppelzählungen, intransparente Vermittler. Wir machen das Gegenteil:

  • Fläche statt Versprechen. Was wir verkaufen, liegt im Hessischen Ried und ist im Liegenschaftskataster verzeichnet.
  • Verwaltet vom Inhaber. Keine Subunternehmer, kein Konzern dazwischen, direkter Kontakt zum Verantwortlichen.
  • Sichtbar nachvollziehbar. Jede Patenschaft bekommt Geokoordinaten der konkreten Fläche, ein Foto vom Fixpunkt und ein Saison-Tagebuch. Wenn du willst, kommst du vorbei.
Sonnenaufgang über dem Altrhein bei Geinsheim, Schilfgürtel und Auenlandschaft
Region 65468 · Geinsheim am Rhein

Die unterschätzte Mitte Deutschlands.

Wer aus Frankfurt nach Mannheim fährt, nimmt die A67. ICE-Pendler kennen das Schild bei Riedstadt. Aber kaum jemand hält an.

Das Hessische Ried, in dem unser Geinsheim liegt, ist eine der wertvollsten, und gleichzeitig unbekanntesten, Naturlandschaften Deutschlands. Eingerahmt zwischen Odenwald und Rhein, Mainz und Mannheim, schiebt sich hier eine breite, fruchtbare Niederung in die Republik, die geologisch zum Oberrheingraben gehört: jenes Gebiet, das klimatisch der mediterranen Welt am nächsten kommt.

Auf den Sandtrockenrasen brüten Wildbienen-Arten, die sonst südlich der Alpen leben. In den Altrheinarmen jagt der Eisvogel. Im benachbarten Kühkopf-Knoblochsaue, dem größten Naturschutzgebiet Hessens, brütet der Weißstorch wieder regelmäßig, der Biber baut, und an klaren Wintertagen rasten dort tausende Zugvögel auf ihrem Weg zwischen Skandinavien und Westafrika.

Und unter unseren Feldern liegt die Trinkwasser-Kammer von Rhein-Main: Was in Frankfurter Wasserhähnen ankommt, stammt zu großen Teilen aus dem Grundwasser, das hier, direkt unter Geinsheim, Trebur, Wallerstädten, gefördert wird.

+1,5 °C, so viel heißer wurde es hier in dreißig Jahren. Gemessen, nicht geschätzt.

Die DLR-Wetterstation Trebur (036), zwei Kilometer von hier, hält die Zahlen: Das Jahresmittel der Lufttemperatur liegt heute bei 11,7 °C (Mittel 2009–2025). In der klimatischen Bezugsperiode 1961–1990 waren es noch rund 10 °C. Die Spitzenjahre 2018 und 2023 toppten die Skala mit jeweils 12,5 °C, das wärmste, was hier je gemessen wurde.

Beim Niederschlag dasselbe Muster, nur dramatischer. 390 mm im Dürrejahr 2018, knapp 750 mm 2010, im Mittel rund 580 mm. Was die Großeltern noch als „Mainzer Trockengebiet" kannten, wird zum Klima-Hotspot. Was die 2 Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet trinken, kommt zum großen Teil aus dem Grundwasser unter genau diesen Feldern.

Wir bewirtschaften mitten in dieser Entwicklung, und dokumentieren, was wirkt.

Altrheinarm bei Geinsheim mit Schilfgürtel im Abendlicht

Wasser

Trinkwasserreservoir für 2 Mio. Menschen im Rhein-Main-Gebiet. Jeder Quadratmeter ohne Pestizid und Stickstoff zählt für das Grundwasser unter unseren Füßen.

Wildbiene auf Blütenstand einer Riedpflanze, Makroaufnahme

Biodiversität

Klimatisch begünstigt leben hier Arten wie sonst nirgends in Hessen, Wildbienen, Sandlaufkäfer, Heuschrecken, Kiebitz, Eisvogel, Weißstorch. Ein lebendes Refugium.

Querschnitt durch dunklen Auenboden mit Wurzelsystem und Humushorizont

Bodenkohlenstoff

Auenböden sind natürliche Kohlenstoffspeicher. Extensivierung baut Humus auf — und 0,3–1,0 t CO₂ pro Hektar und Jahr bleiben langfristig im Boden gebunden.

Bestandsaufnahme

Warum diese Region unter dem Radar fliegt.

01

Sie hat keine Skyline.

Drumherum schon: Frankfurter Banktürme, Mannheimer Industrie, Mainzer Dom. Hier in der Mitte: Felder, Wasser, Schilf. Das fotografiert sich nicht für Instagram.

02

Sie wird „durchfahren", nicht besucht.

A67, A60, Frankfurter Flughafen, Riedbahn. Das Image: Transitland, Logistik, Lärm. Dabei beginnt zwei Minuten neben der Autobahn ein FFH-Gebiet.

03

Ihre Schätze sind leise.

Ein Storchennest. Ein Schilfgürtel im Wind. Eine Wildbienen-Population, die zwischen zwei Trockenrasen pendelt. Niemand schreibt Reportagen darüber. Aber sie sind da.

04

Der Klimawandel trifft sie zuerst.

Der Grundwasserspiegel sinkt seit Jahrzehnten. Auen trocknen aus. Wälder im Ried kippen. Was hier verloren geht, kommt nicht wieder, anders als an der Nordsee gibt es keine zweite Riedlandschaft, in die man ausweichen kann.

Genau deshalb arbeiten wir hier, und nicht irgendwo. Naturschutz im Hessischen Ried ist keine Geste. Er ist die Pflicht derer, die hier leben.

Layer toggeln in der Legende rechts. Geometrien aus BfN-WFS (Naturräumliche Haupteinheiten) und BKG-WFS (Bundeslandgrenzen VG2500). Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende. Nicht für rechtsverbindliche Planungs- oder Genehmigungs­zwecke geeignet. Karte in eigenem Tab öffnen.

Vor unserer Haustür · FFH-Gebiet

Riedwiesen von Wächterstadt.

Gebietsnummer 6116-301 · zwei Kilometer südwestlich von Geinsheim

Es gibt einen Ort, an dem die ganze Geschichte dieser Landschaft an einem Tag erzählt wird: eine verlandete Rheinschlinge, die der Strom vor Jahrhunderten hinter sich ließ. Heute ist sie ein FFH-Gebiet von nationaler Bedeutung, und das, was wir in dieser Region zu schützen versuchen, lässt sich hier mit eigenen Augen sehen.

Brenndolden-Auenwiese mit Iris sibirica im Morgennebel, typische Vegetation des FFH-Gebiets Wächterstadt

„In seiner spezifischen landschaftlichen Eigenart und Ästhetik ist es zugleich eines der wenigen herausragenden Beispiele für die historische Vielfalt der Kulturlandschaft der Rheinaue."

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen, FFH-Grunddatenerfassung 2002

Eine Landschaft in drei Zeitschichten.

Die alte Rheinschlinge ist auf jeder Karte zu sehen, selbst nachdem der Rhein längst woanders fließt. Die Erinnerung der Landschaft hält sich hartnäckig.

Historische Karte Messtischblatt 6116 Oppenheim von 1899 mit Rheinschlinge bei Geinsheim
1899

Messtischblatt 6116 Oppenheim

Der Rhein ist durch Tulla bereits begradigt, die alten Mäander liegen aber noch sichtbar als Altarme und Schlingen im Land.

Luftbild Geinsheim vor 1955 mit deutlich erkennbarer verlandeter Rheinschlinge
vor 1955

Luftbild · Streifenflur und alte Schlinge

Die verlandete Rheinschleife zeichnet sich aus der Luft als perfekter Halbkreis ab, heute das Kerngebiet der Wächterstadt-Riedwiesen.

Aktuelle Karte der Schutzgebiete um Geinsheim und Trebur mit FFH- und Vogelschutzflächen
Legende
  • NSG Naturschutz
  • FFH Natura 2000
  • VSG Vogelschutz
  • LSG Landschaft
heute

Schutzgebietskulisse rund um Trebur

Ein engmaschiges Netz aus vier Schutzkategorien, das Wissen liegt vor, die Pflege braucht uns.

Quelle: NATUREG Hessen / Geoportal Hessen, Farbkodierung gemäß amtlicher Darstellung

Warum das hier bundesweit zählt.

Die Wächterstadt-Wiesen liegen in einer klimatischen Sonderzone: dem „Mainzer Trockengebiet". Die DLR-Wetterstation Trebur misst hier im langjährigen Mittel rund 580 mm Niederschlag pro Jahr (2009–2025), mit Extremen von 390 mm im Dürrejahr 2018 bis 750 mm in 2010. Eine subkontinentale Insel mitten in Westdeutschland, in der das Jahresmittel inzwischen bei 11,7 °C liegt, rund 1,5 °C wärmer als noch vor 30 Jahren.

Genau das ist der Schlüssel. In Kombination mit der wechselfeuchten Aue findet man hier Pflanzen, deren Verbreitungsschwerpunkt eigentlich in den kontinentalen Stromtälern Osteuropas liegt, und die am Oberrhein die westlichste Grenze ihrer weltweiten Verbreitung erreichen. Das gibt es so in Deutschland fast nirgends sonst.

Die Brenndolden-Auenwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6440, Wertstufe A) und Pfeifengraswiesen (LRT 6410) gelten der JLU Gießen zufolge als „eines der letzten Beispiele für den Struktur- und Artenreichtum dieser historischen Kulturlandschaft". Was hier verschwindet, kommt nicht zurück.

Was wir hier verteidigen.

Auszug aus der Arteninventur, kein Marketing, sondern wissenschaftlich erhobene Bestände aus der FFH-Grunddatenerfassung. Jede Art ein eigener Grund.

Pflanzen · Stromtalarten
  • Iris sibirica · Sibirische Schwertlilie
  • Iris spuria · Wiesen-Schwertlilie
  • Cnidium dubium · Sumpf-Brenndolde
  • Pseudolysimachion longifolium · Langblättr. Blauweiderich
  • Allium angulosum · Kantenlauch
  • Galium boreale · Nordisches Labkraut
  • Sanguisorba officinalis · Großer Wiesenknopf
  • Silaum silaus · Wiesensilge
  • Viola persicifolia · Pfirsichblättr. Veilchen
Vögel · VS-Richtlinie
  • Weißstorch · Ciconia ciconia
  • Blaukehlchen · ~30 Reviere im NSG
  • Rohrweihe · Brut im Schilf
  • Schwarzkehlchen · Bestand wächst
  • Neuntöter · Lanius collurio
  • Beutelmeise · Remiz pendulinus
  • Steinkauz · Athene noctua
  • Kiebitz · in östl. Vorfeld
  • Großer Brachvogel, ausgestorben
Insekten & Amphibien
  • Kammmolch · FFH Anhang II
  • Knoblauchkröte · Pelobates fuscus
  • Wechselkröte · Bufo viridis
  • Wiesenknopf-Ameisenbläuling · FFH-Art
  • Sumpf-Hornklee-Widderchen · Zygaena trifolii
  • Lauchschrecke · Parapleurus alliaceus, extrem selten
  • Sumpfschrecke · Stetophyma grossum
  • Kurzflügelige Schwertschrecke

Das ist nicht „irgendein" Naturschutzgebiet. Das ist der genetische Speicher einer Landschaft, die anderswo in Deutschland seit Jahrzehnten verschwindet, und die wir hier noch haben.

Vor der eigenen Tür

Was ist dir Umweltschutz wert?

Drei Wege, drei Tempi. Vom Cent pro Jahr bis zur wöchentlichen Mitwirkung. Jeder Weg führt dahin, wo auch du hingehen kannst, vor deine eigene Tür.

Nicht in Übersee, nicht im Ausland. Hier.

Was kostet was?

Stadtpreise · Mittelwert 2026 · nur Genuss & Luxus

Für den Preis eines Genussmoments, ein Quadratmeter Wiese, der ein Jahr lang nicht gemäht, gespritzt oder umgepflügt wird.

Vormerk-Phase bis Sommer 2026 · Apple Pay, Google Pay, PayPal und SEPA folgen · jederzeit kündbar · keine versteckten Kosten

Was wir entwickeln

Die wiederkehrenden Beiträge fließen in etwas Größeres.

Im Hessischen Ried werden jedes Jahr rund 30 Millionen Kubikmeter Wasser für die Bewässerung der Felder eingesetzt. 96 % der landwirtschaftlichen Flächen hängen an der Beregnung, aber nur 3 % nutzen effiziente Tropfbewässerung. Hier setzen wir an, Schritt für Schritt, finanziert über die laufenden Beiträge.

Quelle: Thünen-Institut, Bewässerungsstudie BEW-HE (Mai 2025, im Auftrag des Hessischen Ministeriums)

Wasser sichern

Zisternen für Regenwasser, eine Ringleitung für die effiziente Verteilung. Damit weniger Grundwasser entnommen werden muss.

Energie autark

Eine PV-Anlage mit Speicher treibt die Pumpen der Ringleitung. Kein Strombezug, kein CO₂ aus der Bewässerung.

Wege erhalten

Renovierte Feldwege, damit Maschinen den Boden weniger belasten und Spaziergänger gefahrlos kommen können.

Mehr Naturraum

Schrittweise mehr Flächen aus der intensiven Bewirtschaftung herausnehmen, ihnen Zeit zum Atmen geben.

Jeder Beitrag, egal wie klein, fließt zu 100 % in eines dieser Vorhaben. Was wir investieren, dokumentieren wir öffentlich, mit Belegen.

Die Rettungs­schwimmer-Regel

Wir spenden für Wälder in Übersee, für Klimaprojekte in Afrika, für jede globale Initiative. Aber das Stück Erde, auf dem wir stehen, vergessen wir.

Dabei gilt im Wasser wie an Land dieselbe Regel: Wer anderen helfen will, muss erst selbst stehen. Ein guter Rettungsschwimmer sichert zuerst sich selbst, bevor er andere aus der Strömung holt. Sonst gehen am Ende zwei unter statt einer.

Heimat

Was vor der eigenen Tür wächst, gehört zu uns. Trinkwasser, Boden, Wildbienen, Vögel. Das schützen wir hier, oder niemand tut es.

Wirtschaftlich

Jeder Cent bleibt in Hessen, in der Region, im Trinkwasserschutzgebiet von Rhein-Main. Keine Vermittlungskette, kein Auslandsverlust.

Konkret

Statt Demonstrationen, Petitionen oder Aufkleben: jetzt einmal klicken, einen echten Quadratmeter sichern, vorbeikommen wann immer.

Erst hier. Dann anderswo. Das ist nicht weniger Engagement, das ist mehr.

Vormerk-Phase bis Sommer 2026 · Apple Pay, Google Pay, PayPal und SEPA folgen · Mindestlaufzeit 12 Monate nach 30 Tagen Test, danach jährlich kündbar · keine versteckten Kosten · keine politische Bindung

Wirkung & Transparenz

Was deine Unterstützung bewegt, in Zahlen.

0,3–1,0 t

CO₂e zusätzlich gebunden pro Hektar & Jahr durch Humusaufbau

Quelle: Thünen-Institut, regionale Mittelwerte

+40 %

Wildbienen-Diversität auf Blühflächen vs. Acker (durchschnittlich)

Quelle: Senckenberg-Studie 2023, vergleichbare Standorte

−100 %

Pestizid- & Mineraldünger-Eintrag in Boden und Grundwasser

Eigene Bewirtschaftung, dokumentiert

100 %

der Mittel fließen in Fläche, Pflege und Monitoring

Inhabergeführt, kein Vermittler

Über mich · siebte Generation

Ludwig Maximilian Schrimpf

Landwirt · Gründer MeFloTec GmbH · ried-natur.com

Machen statt nur reden.

Auf diesem Hof, seit über sieben Generationen, ohne Pause.

Ich bin in Geinsheim aufgewachsen, auf einem Hof, der seit über sieben Generationen in unserer Familie ist. Was wir heute „regenerative Landwirtschaft" nennen, war hier nie eine PR-Kategorie. Es war eine Reihe konkreter Entscheidungen, die irgendjemand treffen musste. Jeder einzelnen ging eine eigene Beobachtung voraus. Keine kam aus einem Buch.

Die folgenden Stationen sind nur die jüngsten, die, an denen ich selbst dabei war oder die mein Vater noch dokumentiert hat. Was davor liegt, steht in den alten Karten dieser Region, die wir oben gezeigt haben.

Was vor ried-natur.com kam, und was es bringt.

Jeder Schritt mit der Wirkung, die heute nachgewiesen ist. Keine Behauptungen, Bodenkunde.

  1. 1998

    Schluss mit dem Pflug.

    Mein Vater stellt die Bodenbearbeitung um, kein Pflugumbruch mehr. Damals fast unbekannt im Ried, heute international als Conservation Agriculture anerkannt. 26 Jahre später ist der Boden ein anderer.

    Wasserinfiltration +40 bis +100 % (FAO-Standardwerte)
    Regenwurmdichte bis zu 7-fach höher als auf Pflugflächen
    Bodenkohlenstoff +0,3–0,6 t C/ha/Jahr in 0–30 cm
    Erosionsschutz: bis 90 % weniger Bodenabtrag
    Mykorrhiza-Pilznetzwerke bleiben intakt, Phosphor wird mobilisiert
    Treibstoffersparnis 30–50 l Diesel/ha/Jahr
  2. Anfang 2000er

    Kompost mit Plan: der Ton-Humus-Komplex.

    Wir bringen kontinuierlich gereiften Kompost ein, nicht nur als organische Masse, sondern gezielt zum Aufbau des Ton-Humus-Komplexes. Tonminerale und Humus verbinden sich über zweiwertige Kationen (Ca²⁺) zu stabilen Aggregaten. Klingt nach Lehrbuch, wirkt im Acker:

    Pro Prozentpunkt Humus: +20 l Wasserspeicher/m³ Boden
    Kationenaustauschkapazität (CEC) steigt, Nährstoffe bleiben im Boden, nicht im Grundwasser
    Aggregatstabilität: Schutz vor Verschlämmung, Erosion, Verdichtung
    Glomalin (Pilz-Bodenkleber) bindet C über Jahrhunderte
    Mikrobielle Diversität: bis 10.000 Bakterienarten pro Gramm Boden
    Quellen: Scheffer/Schachtschabel · IPCC AR6 WG3
  3. 2002

    Erbsen, Stickstoff aus der Luft, nicht aus dem Sack.

    Wir nehmen Körnererbsen in die Fruchtfolge auf. Erbsen sind Leguminosen, sie leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) und binden Stickstoff direkt aus der Luft. Das, wofür konventionelle Höfe energieintensiv Mineraldünger einkaufen, machen die Wurzeln für uns kostenlos.

    Biologische N-Fixierung: 70–150 kg N/ha pro Anbaujahr
    Vorfruchtwert für die Folgekultur: 30–50 kg N/ha Düngeguthaben
    Spart Haber-Bosch-Dünger, pro kg N fixiert: −2,5 kg CO₂e aus der Düngerproduktion
    Bricht Mais-Weizen-Monotonie, reduziert Schädlings- und Krankheitsdruck
    Heimische Eiweißpflanze, keine Importabhängigkeit
    Blütezeit: massive Trachtquelle für Bestäuber
  4. 2012

    Sojabohnen, zehn Jahre Leguminosen-Erfahrung, der nächste Schritt.

    Zehn Jahre nach den Erbsen wagen wir Sojabohnen, lange bevor das hessische Klima offiziell als „geeignet" galt. Eigene Versuche, eigene Erträge, eigene Daten. Grundlage für meine universitäre Semesterarbeit. Soja fixiert noch einmal 50 % mehr Stickstoff als Erbsen, bei tieferer Wurzel und höherem Eiweißertrag.

    Symbiose mit Bradyrhizobium japonicum: 100–200 kg N/ha pro Anbaujahr
    Vorfruchtwert: 30–60 kg N/ha Düngeguthaben
    Pfahlwurzel bis tief in den Unterboden, biologische Lockerung statt Tiefpflug
    Ersetzt Importsoja aus dem Amazonas-Raum (Brandrodungs-Hotspot)
    Schließt die europäische Eiweißlücke ein Stück weit
    Erbsen + Soja zusammen: über 20 Jahre biologische Stickstoff-Versorgung auf unseren Flächen
  5. Was das bis heute bedeutet

    Über zwei Jahrzehnte Erbsen und Soja haben uns Tonnen von Mineraldünger-Stickstoff erspart, und damit Tonnen CO₂ aus der Haber-Bosch-Düngerproduktion, die nie ausgestoßen wurden.

    Größenordnung: pro Hektar Leguminosen-Anbau und Jahr ca. 100 kg fixierter N = ca. 250 kg CO₂e vermiedene Düngerproduktion. Hochgerechnet auf 24 Jahre Erbsen und 14 Jahre Soja: ein vierstelliger Kilogramm-Betrag CO₂e pro angebautem Hektar.

  6. Bewusste Entscheidung

    Schweinemast eingestellt, Wohnraum für andere.

    Steigende Tiergesundheitsrisiken, härtere Umweltauflagen, fehlende Zukunftsperspektive in unserer Region. Statt enger zu stellen entscheiden wir uns für das Gegenteil: Stallfläche wird Brache, Brache wird Habitat. Aus einer Schadstoffquelle wird ein Lebensraum.

    Ammoniak-Emissionen (NH₃) entfallen vollständig, weniger Feinstaub, weniger Eutrophierung
    Nitratbelastung im Grundwasser sinkt, zentral fürs „Mainzer Trockengebiet"
    Kein Antibiotikaeinsatz → weniger Multi-resistente Keime (MRE) in der Region
    Wegfall Zoonose-Risiken: ASP, PRRS, Salmonellose, Circovirose PCV2, Influenza A
    Trittsteinbiotope für Wildbienen, Bodenbrüter, Reptilien
    CO₂-Bilanz: Schweinehaltung gehört zu den emissionsstärksten Betriebszweigen
  7. Nächste Stufe

    Nutzhanf, dreijähriger Anbauversuch und die Gründung der MeFloTec GmbH.

    Drei Jahre Anbauversuch mit industriellem Nutzhanf, Inhalt meiner Bachelorarbeit, Grundlage für die Gründung der MeFloTec GmbH. Nutzhanf ist die produktivste Klimasenke unter den heimischen Ackerkulturen, und hat in Deutschland noch immer keinen Markt, der ihr Potenzial annähernd ausschöpft.

    CO₂-Bindung 8–15 t/ha/Jahr, mehr als die meisten Wälder
    Pfahlwurzel bis 2,5 m tief, Tiefenlockerung des Unterbodens
    Null Pestizide, null Herbizide, eigene Resistenz, überwächst Beikraut
    ~50 % weniger Wasserverbrauch als Baumwolle
    25.000+ Anwendungen: Faser, Samen, Öl, Hanfkalk-Bauwerkstoff
    Sanitärer Fruchtwechsel, bricht Schädlings- und Krankheitszyklen
  8. 2026, jetzt

    ried-natur.com, der nächste Schritt.

    Naturraum für Mensch und Tier schaffen, und gleichzeitig die Wertschöpfung hier vor Ort behalten. Keine Kompensation aus Übersee, keine zwischengeschalteten Vermittler, kein „Greenwashing-Plastik". Konkret: Wir nehmen Flächen aus der intensiven Bewirtschaftung, dokumentieren die Wirkung wissenschaftlich und machen sie für Privatpersonen und Unternehmen zugänglich.

    100 % der Mittel fließen in Fläche, Pflege und Monitoring
    Direkter Bezug zu FFH-Gebiet 6116-301 Wächterstadt
    Patenschaften ab 99 Cent — Woche, Monat oder Jahr
    Jede Fläche mit Geokoordinaten, Foto und Saison-Tagebuch
    Keine Doppelzählung, jede Fläche wird genau einmal vergeben
    Komm vorbei. Wir zeigen, was wirkt, und was wir noch lernen.

Mein Standort: Treburer Straße 22, 65468 Trebur-Geinsheim. Die Flächen, um die es hier geht, und das FFH-Gebiet „Riedwiesen von Wächterstadt", auf das wir uns beziehen, liegen wenige Minuten von meinem Schreibtisch entfernt. Das ist Absicht: Niemand kennt die Standortbedingungen besser als der, der dort lebt und sie seit Kindheit beobachtet.

Wer Teil von Ried-Natur wird, kommt vorbei — wenn er möchte. Wer das alte Zitat „Naturschutz wird glaubwürdig, wenn jemand sich mit Namen und Adresse dahinterstellt" für eine Floskel hält, der ist hier falsch. (Wer fürs Unternehmen kommt: hier entlang.)

Verantwortung

Vollumfänglich für Fläche, Verträge und Berichte. Kein Subunternehmer, kein Konzern dazwischen.

Verwurzelung

Dritte Generation auf demselben Hof. Lebt und arbeitet dort, wo die Flächen liegen.

Vor Ort

Komm vorbei. Wir zeigen Boden, Fläche, Mahdtermin, keine Hochglanzbroschüren.

Erreichbarkeit

Persönlich, direkt, ohne Callcenter. Telefon, E-Mail, oder einfach mal vorbeischauen.

LMS Geinsheim · 65468 Trebur · Hessisches Ried
Häufige Fragen

Bevor du dich vormerkst.

Was bekomme ich als Pate konkret in die Hand?

Eine personalisierte Patenschafts-Urkunde (PDF) mit Geokoordinaten deines Quadratmeters im Hessischen Ried. Ein Foto vom Fixpunkt der Fläche, einmal im Jahresverlauf neu aufgenommen. Zugang zum Saison-Tagebuch (Was blüht gerade, was haben wir gemäht, was haben wir gesichtet).

Auf Wunsch: physische Plakette per Post, Besuch der Fläche vor Ort in Geinsheim (25 Autominuten von Frankfurt).

Wann startet die Patenschaft wirklich? Warum „Vormerken"?

Der Online-Checkout mit Lastschrift / Kreditkarte / PayPal ist für Sommer 2026 geplant. Bis dahin kannst du dich auf die Warteliste setzen — du wirst per Mail informiert, sobald deine Patenschaft buchbar ist. Keine Vorab-Zahlung, keine automatische Buchung. Du entscheidest beim Start, ob du wirklich willst.

Kann ich eine Patenschaft verschenken?

Ja. Beim Start im Sommer 2026 wird es eine Geschenk-Option geben — Urkunde auf den Namen der beschenkten Person, Versand-Termin wählbar (Geburtstag, Weihnachten). Auf der Warteliste kannst du das vorab kennzeichnen, dann erhältst du eine erste Info.

Kann ich kündigen? Wie?

Wochen- und Monats-Patenschaft: jederzeit zum Ende der laufenden Periode per E-Mail. Jahres-Patenschaft: bis vier Wochen vor Verlängerung. Keine Hotline, kein Online-Formular nötig — eine Zeile per Mail genügt. Wir bestätigen schriftlich.

Ist das eine Spende? Bekomme ich eine Quittung?

Nein — die Patenschaft ist eine privatrechtliche Dienstleistung (Naturschutz-Bewirtschaftung auf einer dir zugeordneten Fläche), keine Spende an eine gemeinnützige Einrichtung. Du bekommst eine reguläre Rechnung, keine Spendenquittung. Wer steuerlich absetzbar geben will, sollte stattdessen einen klassischen Naturschutz-Verein unterstützen.

Was passiert mit meinem Quadratmeter nach einem Jahr?

Bei Verlängerung bleibt deine Patenschaft auf derselben Fläche. Ohne Verlängerung geht die Fläche zurück in unsere normale Bewirtschaftung — sie wird nicht versiegelt, nicht intensiv beackert, sondern bleibt Teil unseres Aufwertungs-Mosaiks. Wer dauerhafte Wirkung will, braucht ein dauerhaftes Format (Ökopunkte über 25 Jahre) — das ist eher die Unternehmens-Ecke, hier entlang.

Schreib uns

Frag, was du wissen willst.

Wir antworten persönlich, meist innerhalb von 48 Stunden. Keine Marketing-Automation, keine Newsletter ohne Zustimmung.

Ludwig.Schrimpf@meflotec.com 06147 209659
Treburer Straße 22 · 65468 Trebur-Geinsheim

Du planst eine größere Wirkung, brauchst Ökopunkte oder einen CSRD-tauglichen Nachweis? Das geht bei uns auch — hier entlang zur Unternehmens-Seite.

Klick öffnet dein Mail-Programm mit vorausgefüllter Nachricht (kein Server-Versand bis Sommer 2026). Keine Newsletter, kein Verkauf an Dritte.